Grundrauschen

Meine Konzentration
reicht von hier bis zum Türrahmen. Dann löst sie sich auf. In der Luft, in den letzten Fetzen Sauerstoff. Nebenan sitzt du. Ich frage mich, ob du weißt, dass ich nicht an dich denken kann, weil der Türrahmen das Denken stoppt.

Meine Augen
sehen genauso weit wie meine Gedanken.
Oder weniger.
Unermüdlich ziehen sie Schleifen im Raum, die die Wände nicht streifen. Die im Kopf ein Rauschen verursachen. Ein Störgeräusch, das ich wohlig willkommen heiße wie einen alten Freund.

Meine Hände
erreichen den Türrahmen nicht.
Ein Poltern durchkämmt den Raum systematisch. Unterstreicht die Dramatik und reißt mich zu Boden. Oder war zuerst der Fall? Wer kann das jetzt noch sagen. Meine Knie schmerzen, meine Schulter pocht, das Rauschen im Kopf übertönt die Stimme, die fragt, ob ich in Ordnung bin.

Ich drehe
mich auf den Rücken und zwischen meiner Stirn und der Zimmerdecke tanzen die Gedanken. Wiegen sich im Takt der Musik, die nicht spielt. Dass du da stehst: Auf dieser Rauschfrequenz nicht wahrnehmbar.

Die Liebe
ist heute nicht groß genug für uns beide. Kommt heut nicht mehr zu dir.
Deine Berührungsversuche verfehlen mich zu knapp. Das Rauschen hält dich mit ausgestrecktem Arm und gespreizten Fingern von mir weg. Heute bin nur ich in meinem Kopf, der innen pulsiert vom zuviel-Denken.

Doch meine Füße
verfehlen den Boden nicht jeden Tag. Morgen gehen sie wieder voreinander her.
Geradeaus.
Wie es ihre Aufgabe ist.
Und bringen mich dahin, wo ich sein soll.
Zu dir zurück.

Warten
wir es ab.

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