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	<description>Color my life with the chaos of trouble.</description>
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		<title>Neues Jahr.</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 16:34:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Stell dir vor: Das Leben hält dir einen Topf mit Liebe hin, und du greifst einfach rein. Und nimmst, soviel du tragen kannst. Ganz ohne das Drama, das du immer so gerne hattest. Das du immer so dringend zu brauchen &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2012/01/07/neues-jahr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=307&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stell dir vor: Das Leben hält dir einen Topf mit Liebe hin, und du greifst einfach rein. Und nimmst, soviel du tragen kannst. Ganz ohne das Drama, das du immer so gerne hattest. Das du immer so dringend zu brauchen meintest. Ohne Herzschmerz und langes Warten auf ein Happy End. Große Seelenqual als international akzeptierte Währung für die letztendliche Erfüllung. Dabei weiß doch jeder, dass Liebe nichts kosten darf. Eigentlich willst du die Lösung nicht akzeptieren, wenn sie einfach ist. Und jetzt hast du keine andere Wahl. </p>
<p>Kopf an, Augen auf. </p>
<p>Das ganze letzte Jahr war ein einziges großes Tauschgeschäft. Es nahm Unsicherheit und brachte Klarheit. Ganz plötzlich fandest du dich wieder auf dem Flohmarkt der Befindlichkeiten. Der Tauschbörse der Lebenspläne. Viel Ungewissheit und Ratlosigkeit hattest du zu bieten, und das Leben kam und bot dir neue Perspektiven an, so viel Glück und Freiheit und ein bisschen psychische Gesundheit. Emotionale Stabilität, wie du sie an anderen immer belächelt hast.<br />
Und dann greifst du einfach zu. Und gibst früher gegen heute. Früher war mehr Traurigkeit, Verletzung und Enttäuschung, da waren mehr Tränen, Wunden, Heilungsrückzüge, als du vertragen konntest, und du gibst sie einfach her. Und bekommst so viel Neues zurück, nach dem du nicht gefragt hast, und das doch so gut in die Lücken passt. </p>
<p>Und eines Tages stehst du vor dem Spiegel und schaust hinein und gleichzeitig heraus. Und fragst dich, wo du geblieben bist, und stellst fest, du bist weg, und vermisst dich gar nicht wirklich. Das Leben hat dich mitgenommen, und du bist unterwegs. </p>
<p>Nicht so viel atmen. Sitzen und schauen und sich unauffällig verhalten.<br />
Nicht so viel denken.<br />
Kopf aus, Augen zu. </p>
<p>Lange habe ich darüber nachgedacht, woher du kommst, wie du mich gefunden hast und warum die Welt sich jetzt anders dreht als früher. Warum das neue Leben einfach über mir hereinbrach, wie es sonst nur Naturkatastrophen tun. Eines Tages habe ich einfach resigniert. </p>
<p>Kopf aus, Augen zu. Der graue Himmel kann mich nicht länger provozieren.<br />
Wann hat das Leben begonnen, sich so gut anzufühlen? </p>
<p>Doch da ist diese Sache, dass ich im Stillstand nicht atmen kann. Dass mir das Glück vielleicht die Luft abschnürt. Dass ich das alles vielleicht nicht verdient habe, dass ich ein Leben lebe, das mir nicht gehört. Dass ich nicht aufhören kann, zu denken. Wo gehen wir hin? Ist Glück endlich? Werden wir sein Ende kommen sehen?  </p>
<p>Nicht so viel atmen, nicht so viel denken. Das Leben lenkt sich manchmal ganz von selbst. Vielleicht auch in diesem Jahr.<br />
Kopf aus, Augen zu. Blinzeln ist erlaubt. </p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2012/01/07/neues-jahr/"><img src="http://img.youtube.com/vi/JBdqAy7F1nM/2.jpg" alt="" /></a></span>
<blockquote><p>Und dies ist unsere Zeit.<br />
Wir sind in dieser Nacht geboren.<br />
Wie die Idioten aus dem Film hab ich mein Herz an Dich verloren&#8230;<br />
Und ist dies das neue Jahr?<br />
Du legst Deinen Kopf in meine Arme,<br />
dein Hirn ruht sanft in meinen Händen und ich kann spüren, wie es sich bewegt.<br />
Wir sind jetzt mittendrin -<br />
es wird schwierig jetzt und warm.<br />
Wenn wir hier zu lange stehen, kehren wir nie wieder zurück.<br />
Doch wohin mit all dem Unsinn?<br />
Vielleicht wird es gut wenn es jetzt hier endet.<br />
Wir haben keine Wahl.<br />
Wir rutschen tiefer und tiefer und tiefer,<br />
Tiefer und tiefer und tiefer,<br />
Tiefer und tiefer und tiefer ins Glück.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/307/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=307&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Nachtschatten</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 19:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[What I am to you is not what you mean to me You give me miles and miles of mountains And I&#8217;ll ask for the sea Manchmal möchte ich gerne wieder weinen können. Aber da kommt nichts. Ich bin innerlich &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/12/11/nachtschatten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=299&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>What I am to you is not what you mean to me<br />
You give me miles and miles of mountains<br />
And I&#8217;ll ask for the sea</p></blockquote>
<p>Manchmal möchte ich gerne wieder weinen können. Aber da kommt nichts. Ich bin innerlich leergeweint, ausgeleert, vertrocknet. Ich sitze am Fenster, die Ambivalenz kriecht meine Speiseröhre hinauf. Schäumt in meinem Mund. Wirft Blasen auf meiner Zunge. </p>
<p>Ich bin doch auch nur ein pathetisches Arschloch wie alle anderen auch. </p>
<p>In dieser Nacht träume ich, alles ist wie früher: Ich unglücklich, du ein anderer. Du der, der auf mir herumtrampelt, ich die, die auf sich herumtrampeln lässt. Gute, alte Zeit. Und dennoch. Auch im Traum, keine Tränen, obwohl meine Augen ganz verkrustet sind, als ich aufwache. </p>
<p>Ich sitze am Fenster und hadere mit mir selbst und habe alles, was die Welt sich wünscht, was zu wünschen erwartet wird: Dass Glück immer und in jedem Fall die Erfüllung bringt, und plötzlich bist du erschrocken darüber, wie leer alles sein kann ohne Leid. Darüber, was dich wirklich glücklich macht. Denn die Realität in deinem Kopf ist eine andere. Im Kopf ist alles kompliziert, doch das Leben bietet dir Trivialitäten an, nach denen du niemals gefragt hast. Wie gut sie sich anfühlen, das willst du nicht wahrhaben. Du musst dich zwingen, sitzen zu bleiben. </p>
<p>Manchmal möchte ich wieder weinen können. </p>
<p><em>Wenn das so ist, dann liebe ich dich wohl nicht.</em> </p>
<p>So weidest du mich aus, bis nur noch meine Hülle übrig bleibt und schrumpelig in sich zusammenfällt. Eines Tages werden wir um all das kämpfen, was wir jetzt so selbstverständlich besitzen, und auch um das, was wir noch besitzen werden, und wahrscheinlich werden wir alles verlieren. So wie alle anderen pathetischen Arschlöcher vor uns: Verlieren und von vorn beginnen, ein Neuanfang, auch wenn Neuanfänge immer nur Illusionen sind. Weil Herzen keine Schiefertafeln sind, Menschen nicht aus Kreide und Neuanfänge keine Schwämme. </p>
<p>Manchmal möchte ich wieder weinen können, und dann weine ich. In dieser Nacht nicht. In dieser Nacht träume ich, ich habe das Weinen verlernt.<br />
Als ich aufwache, ist es noch Nacht. Die Fenster der Häuser auf der anderen Straßenseite sind dunkel und starren seelenlos zu mir herüber. Die Straße schwach beleuchtet, zieht ab und an ein Taxi vorüber. Die Nacht mit ihrer nichtssagenden Unproduktivität ist in vollem Gange. Ich gehe hinaus, laufe ziellos durch regennasse Straßen auf der Suche nach meinen Tränen. Jage meinen Albräumen hinterher. Versuche die Lücken zu füllen, die früher mit Traurigkeit gefüllt waren. Die sich inzwischen längst geschlossen haben wie abgeheilte Wunden.<br />
Als ich nach Hause komme, liegst du da wie immer.<br />
Ich lege mich zu dir und träume Zusammenhangloses von Shoppingcentern und Reisebussen in Tiefgaragen. </p>
<p>Auf der Straße geht die Nacht weiter. Betrunkene streiten sich und prügeln sich blaue Andenken um die Augen für den nächsten Tag. Ampeln springen von Rot auf Gelb auf Grün auf Gelb auf Rot auf Gelb auf Grün, ohne damit jemand Bestimmten zu meinen. Gelächter in den Seitenstraßen, und dann fährt doch noch ein Auto vorbei und jemand erbricht sich aus der geöffneten Beifahrertür. Quietschende Reifen und kichernde Mädchen und betrunken diskutierende Jungs. Rauchende. Trinkende. An parkende Autos pissende. Auf heruntergekommenen öffentlichen Toiletten fickende. Diejenigen, die schwankend auf Fahrrädern, die ihnen nicht gehören, in Schlangenlinien den Heimweg antreten. Und vorher noch am Dönerstand Schlange stehen. Das alles passiert ohne mich. Das alles weiß  ich, ohne hinzusehen.  </p>
<p>Ich kann nicht einschlafen, wenn du neben mir liegst. Ich schließe die Augen und warte, doch nichts passiert. Also starre ich geradeaus in die Dunkelheit und warte, dass sie von selbst zufallen. Als ich sehe, dass du wach bist, streckst du die Hand nach mir aus. </p>
<p>Wenn ich versuche, das Chaos in mir zu ersticken, versuche ich, dich zu meinem Komplizen zu machen, doch der willst du gar nicht sein. Doch wenn du mich nicht zum Bleiben zwingst, rinne ich eines Tages wie Sand zwischen deinen Fingern hindurch, und dann fragst du dich irgendwann, wo ich geblieben bin. </p>
<p>Und da ist es dann, das Überangebot an Gefühl, das die Tränen mit sich bringt. Und du bist damit allein und weißt nicht recht, wie du dich entscheiden sollst. Für das, was ich anzubieten habe, hast du keinerlei Verwendung. </p>
<p>Die Liebe ändert so vieles. Sie hat mich eingeseift, abgewaschen und mir Pausenbrot gemacht, noch bevor ich ein zweites Mal hingesehen habe. Das Leben krempelt dich manchmal ganz von alleine von innen nach außen, ohne, dass du dafür etwas tust. Das Leben kann ein Lügner sein, es hat mir damals so viel anderes versprochen und darunter war so wenig Gutes. Und dann verließ es mich und schickte einen Nachfolger, der sich mit so viel Glück schmückt, dass man kaum hinsehen will. Ich habe niemals Wert auf ihn gelegt und nie nach ihm gefragt, doch er ging nicht mehr fort.</p>
<p>In dieser Nacht träume ich, du bist so wie ich. Und jetzt möchte ich für immer hierbleiben, an dem Ort, an den du mich gebracht hast. Ich will hier gewaltsam fest getackert werden, doch du bist nicht der, der mich hier hält. Weil du so tust, als ginge dich das gar nichts an. Dabei bist du im Innern genauso ein pathetisches Arschloch wie ich. Doch du bist nicht so wie ich, denn du bist nicht ich. </p>
<p>Als ich dich am nächsten Morgen frage, warum du mich nicht liebst, lachst du nur. Und hältst mich fest, so gut du kannst. Du pathetisches Arschloch. </p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/12/11/nachtschatten/"><img src="http://img.youtube.com/vi/ZduDvIBu3EU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/299/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=299&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dream on.</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 21:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Nacht habe ich von dir geträumt. Du sagtest, du hast dir eine neue Lampe gekauft, und jetzt solle ich kommen und darunter für dich lesen. Dir vorlesen, bis du eingeschlafen bist. Also kam ich. Ich setzte mich unter die &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/12/08/dream-on/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=289&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/12/08/dream-on/"><img src="http://img.youtube.com/vi/kUvUX8RkIfA/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Letzte Nacht habe ich von dir geträumt. Du sagtest, du hast dir eine neue Lampe gekauft, und jetzt solle ich kommen und darunter für dich lesen. Dir vorlesen, bis du eingeschlafen bist. Also kam ich. Ich setzte mich unter die Lampe und las für dich. Das Buch auf dem Schoß liegend, ruhig und leise, Wort für Wort, las ich dir vor. Nur dir, weil da sonst niemand war. Ich las dir vor, so lange, bis du eingeschlafen warst.</p>
<p>Letzte Nacht habe ich geträumt, wir verließen die Stadt. Wir packten unsere Sachen, verstauten all unser Dasein akribisch in Kisten, dichteten alles mit Klebeband ab, schnürten unsere Schuhe, nahmen uns an den Händen, liefen einfach nebeneinander her, blickten nicht zurück und verschwanden. Niemand hat uns jemals wiedergefunden.</p>
<p>Letzte Nacht habe ich geträumt, deine Küche steht unter Wasser. Und während du auf Knien versuchtest, das Chaos zu beseitigen, stand ich daneben und beobachtete dich und konnte dich kaum erkennen. Immer kleiner wurdest du da auf dem Boden. Draußen vor dem Fenster galoppierten Pferde vorbei. Ich beschloss, ihnen zu folgen und ließ dich allein.</p>
<p>Letzte Nacht habe ich geträumt, du seist gar nicht wirklich da. Ich träumte, ich wachte auf, und du warst nur ein Traum. Ich suchte dich und konnte dich nirgends finden. Schließlich entdeckte ich dich unter der Lampe. Ein Buch auf den Knien, versuchtest du mir vorzulesen, doch die Buchstaben tanzten vor dir aus den Seiten heraus, umkreisten uns wie Zinnsoldaten und verschwanden im Dunkel der Nacht. Als wir uns aufmachten, sie zu suchen, verloren wir uns.</p>
<p>Letzte Nacht habe ich von dir geträumt. Du standest vor mir und tratst von einem Fuß auf den anderen. Um uns war es laut und ich konnte dich nicht hören, doch ich wusste, was du sagst.</p>
<p>Letzte Nacht sagtest du, du liebst mich.</p>
<p>Und ich weiß gar nicht, wer du eigentlich bist.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/289/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=289&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Enjoy the silence. Part I.</title>
		<link>http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/08/14/enjoy-the-silence-part-i/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 18:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal entdecke ich dich, schlafend, auf dem Bauch liegend, auf den kalten Fliesen in der Küche. Du riechst nach Pommesfett und Schnaps und ich kann kaum glauben, dass ich es nicht einmal in diesem Moment schaffe, dich abstoßend zu finden. &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/08/14/enjoy-the-silence-part-i/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=281&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://ifuckedyourboyfriend.files.wordpress.com/2011/08/icanread-tumblr.jpg"><img src="http://ifuckedyourboyfriend.files.wordpress.com/2011/08/icanread-tumblr.jpg?w=300&#038;h=175" alt="" title="hardtimes" width="300" height="175" class="aligncenter size-medium wp-image-283" /></a></p>
<p>Manchmal entdecke ich dich, schlafend, auf dem Bauch liegend, auf den kalten Fliesen in der Küche. Du riechst nach Pommesfett und Schnaps und ich kann kaum glauben, dass ich es nicht einmal in diesem Moment schaffe, dich abstoßend zu finden.</p>
<p>Die Zeit ist ja ein hochsensibles Konstrukt, ist dann das erste, was du sagst, wenn du aufwachst, und höchstsubjektiv ist sie obendrein. Ich bin doch erst vor einer Sekunde hier hingefallen, und dennoch warte ich bereits seit Stunden darauf, dass du mich weckst.</p>
<p>In Wahrheit habe ich das nie getan, denn du, wie du da liegst, bist ähnlich theoretisch wie das Modell der Zeit. Ich bin immer dann am verliebtesten in dich, wenn du nicht da bist. Deshalb lasse ich dich ein ums andere Mal einfach liegen.</p>
<p>Aber manchmal, da finde ich dich und dann liegst du da, bewusstlos, auf den weißen Fliesen der Küche, mit dem Gesicht nach unten. Aus unbekannten Gründen hältst du unseren Kanarienvogel in der geballten Faust. Manchmal lebt er sogar noch. Den Kopf in der Schlinge zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmt, hackt er, bis in die Spitze jeder Feder den puren Überlebenswillen demonstrierend, auf jedes Stück Haut ein, das er erwischen kann, den Schnabel voller Blut. Bewusstlos wie du bist, bekommst du nicht mit, wie deine sich Finger in blutige Fetzen verwandeln.</p>
<p>Dann beuge ich mich zu dir herunter und biege deine Finger auseinander und der Vogel erwischt mich auf dem Handrücken und reißt mir einige Zentimeter Haut vom Leib. Es blutet, aber ich sehe nicht hin. Der Vogel plumpst aus deiner Handfläche auf den Boden, schüttelt sich, breitet die Flügel aus, fliegt zwei Runden im Zimmer und verschwindet, wahrscheinlich in irgendeine Ecke, oben auf dem Küchenschrank.</p>
<p>Erst jetzt fällt mir auf, wie trostlos alles ist. Der Vogel überlegt es sich anders und entkommt der Szenerie durch das gekippte Fenster. Ich sehe ihm nach, sehe, wie sein kreischend gelber Körper hinter der Glasscheibe immer kleiner und kleiner wird. Auf dem Küchentisch fünf eng beschriebene Bögen Papier, auf denen du mir erklärst, dass du mit meinem Schweigen nicht länger leben kannst. Der Raum ächzt unter deiner Anwesenheit, so laut, dass ich mich kaum konzentrieren kann. Ich verstehe nicht, warum du da auf dem Boden liegst. Ich will dir einen Tritt versetzen und sagen, du Idiot, du hast vergessen, den Gasherd aufzudrehen. Stattdessen trete ich einen Schritt zurück und betrachte dich mit den Augen einer besorgten Liebhaberin. Du solltest mich dann mal sehen, wie ich da stehe, eine scharfe Sorgenfalte auf der Stirn, die Augen zusammengekniffen, die Hände wie zum Beten gefaltet, gleich nachdem dein Brief zu Boden segelte. Du wärst stolz auf mich, du würdest sagen, bleib so, warte, ich muss das fotografieren. Aber du kannst es ja nicht sehen. Du liegst ja lieber vollständig betäubt auf dem Küchenboden. Und schneller, als man denkt, ist der Moment dahin und ich sehe ratlos zu dir hinab und denke darüber nach, was ich nun mit dir anstellen soll. Ich überlege jedes Mal aufs Neue und weiß es doch nie wirklich. Ich bin so müde geworden, dich einzupacken und ins Krankenhaus zu bringen, wo sie dir den Magen auspumpen oder dir in Wasser aufgelöste Kohle einflößen, die aus nahezu allen deinen Körperöffnungen wieder herausschießt. Ich bin es leid, der Krankenschwester entschuldigend zuzuflüstern, mit verschwörerischem Unterton, dass ich dich nun einmal verrückt mache. Dass ich dich langsam, aber sicher in den Wahnsinn treibe mit allem, was ich tue und vor allem mit dem, was ich lasse. Dass ich dich einmal monatlich in diesem Zustand auffinde, mal in deinem eigenen Erbrochenen liegend, mal schlafend, und immer mit einem Strauß roter Rosen auf dem Tisch und einem Brief. Dass du immer wieder vergisst, den Gasherd aufzudrehen. Dass du wohl ein Trottel bist. Dass es aber sowieso mein Schweigen ist, das dich eines Tages umbringen wird. Ich aber eigentlich gar nicht weiß, wo das Problem liegt. Dass ich wahrscheinlich einfach durch und durch eine <em>Bitch </em>bin, wie man heute so sagt.<br />
Und die Krankenschwester, jedes Mal: Es ist seine Schuld, wenn er bleibt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/281/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=281&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Sunday Secrets</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 11:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Zweifel für den Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Man, I didn’t invent the rainy days. I just own the best umbrella.  Während du dich mit mir langweilst, sitze ich da und bearbeite meine Fußnägel mit einer Bastelschere. Langeweile, du niemals vermisster Zeitgenosse. Keine Ahnung, warum das Leben an &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/08/07/sunday-secrets/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=272&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align:center;"><a href="http://ifuckedyourboyfriend.files.wordpress.com/2011/08/4803179006.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" title="4803179006" src="http://ifuckedyourboyfriend.files.wordpress.com/2011/08/4803179006.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p style="text-align:center;"><em>Man, I didn’t invent the rainy days. I just own the best umbrella. </em></p>
</blockquote>
<p>Während du dich mit mir langweilst, sitze ich da und bearbeite meine Fußnägel mit einer Bastelschere. Langeweile, du niemals vermisster Zeitgenosse. Keine Ahnung, warum das Leben an dir als Begleiter festhält.<br />
Rechtzeitig, bevor du uns töten kannst, schneidet die Schere ein Stück Fleisch von meinem großen Zeh. Ich muss lachen, du nicht. Es tut gar nicht weh, auch dann nicht, als du ein Pflaster fest um die Wunde wickelst. Dann pulsiert es.<br />
Das Telefon, laut und schrill und störend. Hallo. Ja. Nein. Bitte ruf hier nicht mehr an. Mit schiefem Mund siehst du zu mir herüber. Aber was kann ich dafür. Nichts, sagst du. Ist schon gut, sage ich. Der Heiligenschein um deinen Kopf ist nur ein Schattenspiel des Zufalls, wir wissen es beide. Hättest du diesen Teil von dir beerdigt, wären wir jetzt beide nicht glücklich.<br />
Wenn wir aus dem Fenster sehen, sind die Menschen klein wie Ameisen.<br />
Ich habe eine Ameisenphobie. Spinnen sind okay? Spinnen sind okay. Spinnen, Schlangen und Langeweile. Manchmal bin ich bestürzt, wie schlecht wir uns kennen.<br />
Wir müssen in ein fremdes Land fahren, aber meine Haut wird auf keinen Fall brauner werden, als sie ist. Röter vielleicht.<br />
Das ist gar kein richtiges Wort, röter, sagst du.<br />
Und während wir selbstverliebt und selbstvergessen aneinander vorbeireden, zieht sich draußen der Himmel zu. Deine kindliche Unsicherheit wirft Steine nach meinem Selbstvertrauen. Die Tristesse strömt uns aus den Poren. Immer sitzen Tiere auf deinem Kopf, weil deine Haare so rot sind, sagst du. Wir gehen hinaus unter den schwarzen Himmel. Gelbes Licht wirft sich an Häuserwände und prallt an ihnen ab.</p>
<p>Ich habe manchmal Angst, sage ich. Ich bin immer so glücklich, während um mich herum alles zerfällt. Vielleicht sauge ich das Glück ganz ein und lasse nichts für andere.<br />
So glücklich bist du nun auch wieder nicht, sagst du.<br />
Doch.<br />
Na gut.<br />
Glück währt ohnehin nie lange. Wenn es von Dauer ist, heißt es Zufriedenheit.<br />
Deine Worte sammeln sich in der schweren Luft und bringen meinen Kopf fasst zum Platzen. Der Regen wird gleich da sein.</p>
<p>Wir laufen. Eine alte Frau auf der anderen Straßenseite winkt uns freudig zu, aber wir wissen nicht warum. An der Tankstelle kaufen wir Bier und Schnaps und Kekse. Die Kassiererin teilt mir ungefragt mit, wie grässlich sie meine Haarfarbe findet. Es ist genug Zeit, sich über ihre schamlose Offenheit zu freuen, bevor meine Aufmerksamkeit in die gegenüberliegende Ecke des Raums schwappt. Da stehst du. Ich beobachte dich und den Stapel Zeitschriften in deinem Arm. Die Langeweile. Das Leben. Wenn ich alleine bin, stelle ich mir vor, wie spannend es mit dir ist. Mit dir oder sonst jemandem. Dann sitzen wir am Flussufer, wo wir immer sitzen, und du wirfst Steine ins Wasser, wie um damit Fische zu erschlagen. Ein paar Meter weiter eine Handvoll kichernder Gören mit einem Musikhandy. Erschlag doch lieber die. Dafür brauchen wir größere Steine, sagst du, aber für dich würde ich welche auftreiben.<br />
Auf dem Rückweg ist die alte Frau verschwunden, vermutlich vor dem Regen geflüchtet.</p>
<p>Wir könnten alle Poster von deinen Wänden reißen, schlage ich vor. Und dann machen wir Fußabdrücke auf die Tapete, da wo es geht.<br />
Phantastisch, sagst du. Ich würde mich dann wieder melden, wenn ich nochmal  mit dir schlafen will. Nachts, mit 3 Promille.<br />
Und während du das sagst, werde ich so traurig, als sei das gar kein Scherz gewesen.<br />
Sunday secrets, I don’t wanna know.</p>
<p>Meine letzte Gelegenheit zu Sex mit einem Fremden habe ich einfach verstreichen lassen, sage ich später irgendwann, als ich das Pflaster von meinem Zeh wickle. Darunter ist alles rot und klebrig und tut nicht weh.<br />
Das ist alles deine Schuld.<br />
Das tut mir leid. Aber wie konnte es so weit kommen?<br />
Ich weiß es nicht. Aber so erstrebenswert schien es mir nicht zu sein.<br />
Was wäre passiert?<br />
Nichts. Das, was immer passiert. Wir hätten uns zum Ficken getroffen und danach nie wieder gesehen. Das hätte sich doch nicht gelohnt.<br />
Wäre es denn nicht gut gewesen?<br />
Doch. Vermutlich schon.<br />
Dann hast du wegen mir darauf verzichtet?<br />
Nein. Vermutlich nicht.<br />
Das ist sehr nett.<br />
Ich bin nun mal kein guter Mensch, ich habe es dir gleich gesagt.<br />
Und langsam glaube ich es.</p>
<p>An manchen Tagen ertrage ich keine Nähe. Dann gehe ich hinaus in den Regen und bleibe dort so lange, bis meine Haut ganz aufgeweicht ist und niemand mich mehr anfassen will. Meine Mutter hat immer gesagt: Wer weint, der ist hässlich. Wenn man viel weint, ist man für immer hässlich. Wenn es in meinem Kopf zu langweilig wird, setze ich mich auf den Boden, sehe Bilder aus meiner Kindheit an und sage Gedichte auf über meine eigene Hässlichkeit.</p>
<p>Heute ertrage ich deine Nähe, besser als an anderen Tagen. Wir feiern die Anwesenheit der Ambivalenz mit Korn und Keksen. Wenn ich anfange zu reden, höre ich nicht mehr auf. Die Ambivalenz, sie verlässt mich nie: Alles Normale ist karge Ödnis, ein Ort, an dem ich nicht sein will. Alles, was trivial ist, will ich von mir abschütteln. Und dann fällt mir immer Neues ein: Zu abnormal darf es auch nicht sein, wir wollen doch alle auch ein bisschen so sein wie die Anderen, um nicht aus dem Rahmen zu segeln wie tote Blätter von einem Baum.<br />
Und in diesem Moment ist mir deine ungeteilte Zuneigung zuviel, sagst du. Geh weg von mir.</p>
<p>Jetzt nervt sie dich also, meine Ambivalenz. Die Kunst, stundenlang ohne Unterbrechung zu reden, Worte, Sätze, Details zu zerpflücken, sie auseinander zu reißen sie mir anschließend einzeln in die Haare zu schmieren, nur um mich einen Moment später für Tage zu verschließen. Die Tendenz, im richtigen Moment die falschen Dinge zu tun. Dich anzufassen, wenn du allein sein willst. Dich zu ignorieren, wenn du meine Aufmerksamkeit brauchst. Zu lachen, wenn du traurige Geschichten erzählst. Zu schreien, wenn um uns alles still ist. Unglücklich zu sein, wenn alles gut ist.</p>
<p>Eines Tages wirst du aufwachen und all das vermissen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/272/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=272&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Temptation waits.</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 23:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bang Bang Trash]]></category>
		<category><![CDATA[Im Zweifel für den Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Mal, wenn du vor mir die Straße überquerst, platzen alle Nähte auf. Blut spritzt wie aus Wasserbomben. Ich wollte immer, dass du zur Tür hereinkommst. Auf mich zugehst, ohne Umwege. Mich an den Schultern packst und schüttelst. Mir sagst, &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/08/05/temptationwaits/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=257&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;">Jedes Mal, wenn du vor mir die Straße überquerst, platzen alle Nähte auf. Blut spritzt wie aus Wasserbomben. Ich wollte immer, dass du zur Tür hereinkommst. Auf mich zugehst, ohne Umwege. Mich an den Schultern packst und schüttelst.</p>
<p style="text-align:center;">Mir sagst, dass du mich liebst, aber ohne Nebensätze. Ich liebe dich, ABER ich muss jetzt gehen. Ich liebe dich, ABER die Musik ist zu laut. Ich liebe dich, ABER der Weg ist zu weit. Ich liebe dich. Aber ich liebe dich nicht. Und jetzt, wo es so weit ist: Was fange ich an mit der Information? Wie schnell kann ich laufen, um der Gleichgültigkeit zu entkommen? Am Ende ist sie doch immer schneller: Du liebst mich, ABER ich höre gar nicht hin. Du liebst mich, ABER ich habe zu großen Hunger. Du liebst mich, ABER ich habe anderes zu tun. Du liebst mich. Aber ich liebe dich nicht.</p>
<p style="text-align:center;">Als die Luftblase in meinem Kopf größer wird, färbt die Welt sich selbst vor meinen Augen schwarz. Als ich tonnenschwer vornüber kippe, reiße ich allerlei Utensilien mit mir. Als ich falle, entsteht Chaos &#8211; im Kopf, im Körper, in der Welt. Als ich leblose daliege, beobachtest du mich wie ein Jäger sein Wild. Da schau also her, ich zeig dir meine Wunden. Ich kann die Handflächen nach oben drehen und bin dabei nackt. Mein Körper ist ein blutendes Stück Fleisch, habe ich immer gedacht und dabei resignierend die Augen gen Himmel geschlagen. Und jetzt verwächst das alles in Rekordzeit, der ganze mühsam hingezüchtete Schmerz verheilt zu einer einzigen beeindruckend großen Narbe. Nur die Besten haben Narben. Die Vernarbten sind die mit den Geschichten, den guten und den schlechten. Wie lange kann sie dauern, die Geschichte über dich und mich?</p>
<p style="text-align:center;">Die Versuchung wartet nicht auf uns. Sie steht um die nächste Ecke und lauert uns auf. Ich möchte nichts damit zu tun haben, sagst du. Ich aber vielleicht schon.<br />
Die Versuchung ist leise, natürlich ist sie das. Sie hindert uns daran, geradeaus zu gehen. Sie nimmt uns das Recht, von uns als guten Menschen zu sprechen.<br />
Wir können der Versuchung nicht entgehen, wir können sie ebensowenig aus unserem Leben entfernen wie die Sonne, den Regen, die Nacht. Wir können nicht vor ihr davonlaufen. Wir können ihr nur entgegentreten. Ihr die Stirn bieten, souverän an ihr vorbeiziehen.<br />
Wir können. Aber wollen wir auch? Willst du?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/257/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=257&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Staplegunned</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 22:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Do I have to spell it out for you// Or scream it in your face// The chemistry between us could destroy this place. Meine krakelige Linkshänderschrift auf deinem Rücken. Sie schreibt Gedichte und vergisst die Absätze, so dass niemand sie &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/07/26/staplegunne/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=239&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<h5>Do I have to spell it out for you//</h5>
<h5>Or scream it in your face//</h5>
<h5>The chemistry between us could destroy this place.</h5>
</blockquote>
<p>Meine krakelige Linkshänderschrift auf deinem Rücken. Sie schreibt Gedichte und vergisst die Absätze, so dass niemand sie versteht. Meine Damen und Herren, wir präsentieren: Die Liebe. Auf Hochglanz poliert und mit strahlendem Lächeln weilt sie mitten unter uns und jeder starrt sie an.</p>
<p>Die Liebe hat uns neu geboren und nimmt uns jeglichen Zusammenhang. In der Abstraktion finden wir Wahrheiten, die wir so lange suchten. Wie Brausepulver wirft die Illusion Blasen auf der Zunge der Realität. Die Abstraktion kleidet die Glücklichen ganz vortrefflich.</p>
<p><em>Let’s go out and make the road shake//got love to make//</em><br />
<em>I gotta leave with the morning light//got a book to write.</em></p>
<p>Schweigend sitzen wir im Gras. Die Hitze hat uns zwischen ihre dürren Finger genommen und betrachtet uns argwöhnisch, wie wir uns gegenseitig anhimmeln. Niemand sagt ein Wort. Das stille Einverständnis steht zwischen uns und breitet die Arme aus. Wie Bausteine passen die Umstände von Zeit zu Zeit zusammen.</p>
<p>Ohne Vorwarnung reiben wir uns wund zwischen unseren Fingern. Die Zeit ist immer nur so lang wie wir sie nicht brauchen. Mit ihrer erbärmlichen Subjektivität kratzt sie sich selbst die Augen aus. Wir stehen davor und sehen ihr beim Bluten zu.</p>
<p>-Warum können wir nicht einfach sein?, hast du gefragt.<br />
-Weil das alles nicht so einfach ist, habe ich gesagt.</p>
<p>Dann ließen wir unsere Hände los, wir verließen uns und teilten nicht die Himmelsrichtung, in die wir gingen.<br />
Weil das alles nicht so einfach ist:</p>
<p><em>I would like to buy you a gold canary. </em></p>
<p>Manchmal will ich deine Hand nehmen und mit dir weggehen.<br />
Manchmal will ich dich an der nächsten Ecke stehenlassen und alleine weiterziehen.</p>
<p>Doch die Stille zerrt an mir  und sagt mir, ich soll mich zusammenreißen. Sie packt mich beim Schopf, sie reißt mir die Haare aus, sie schlägt ihre Fingernägel in meine Kopfhaut, sie wirft mich zu Boden. Sie befiehlt mir, mich hinzusetzen. Sitzen zu bleiben und abzuwarten. Und ich weiß nicht, wie mir geschieht und tue, was sie sagt und ich sitze und warte ab. Halte dem Druck stand. Man kann nicht immer vor allem davonlaufen, sagt die Stille.</p>
<p><em>So schnell entsteht Vergangenheit. </em></p>
<p>Plötzlich erkennt man es ganz genau, das Glück, plötzlich weiß man, wie es aussieht. Man erkennt seine feingliedrige Gestalt deutlich unter tausenden. Man streckt die Hand danach aus und streicht ihm durchs Fell. Das Glück ist ein wildes Tier, das zu dir kommt, wenn du ihm lang genug die Hand hinhältst, wenn du dich ruhig verhältst, wenn du leise bist. Es kommt über Nacht. Eines Morgens wachst du auf und es steht direkt vor dir, streckt dir seine kalte Nase ins Gesicht und streicht mit seinen langen Wimpern über deine Wange.</p>
<p>Wir können hier nicht sitzenbleiben, sage ich.<br />
Doch das können wir. Das nennt man Liebe, sagst du.</p>
<p><em>Weatherman on the radio//Said there’ll be sunshine</em><br />
<em>And all the colors of the rainbow//Fell in my mind.</em></p>
<p>Wir sitzen da und unsere Beine baumeln über dem Abgrund. Aus heiterem Himmel sticht eine Biene ihren Stachel in meinen Fußrücken und geht leblos zu Boden. In stiller Bewunderung gedenke ich ihres schmerzhaften Ablebens und reibe auf der Einstichstelle einen Eiswürfel zu Wasser. Die Gänse stehen auf dünnen Beinen.</p>
<p>Ich habe komisch geträumt, sage ich. Jeden Morgen wache ich auf, und dann sind da Bilder in meinem Kopf, von denen ich nicht weiß, woher sie stammen.</p>
<p>Als die Schwäne verschwinden, kehren die Gänse zurück ans Wasser. Es sind so viele, dass wir bei dem Versuch, sie zu zählen, ganz alt und grau werden. Wir sind zuhause und ich koche Tee und du stehst am Fenster und erzählst den Gänsen unsere Geschichte. „Das nennt man dann wohl Liebe.“ Obschon ich sie schon kenne, höre ich zu, ohne müde zu werden.</p>
<p>Da ist diese Geschichte, die immer 2 Seiten hat. Am nächsten Tag gehen wir hinaus, wir fangen eine Gans, nehmen sie aus und braten sie uns zum Frühstück. Das Glück ist immer nur auf einer Seite. Wir beobachten den Regen und werfen Papierflieger auf die Straße. Wir verteilen Ohrfeigen an all die Menschen, die versuchen, uns ins eiskalte Wasser der Realität zu ziehen.</p>
<p><em>I will shake myself into your pocket. </em></p>
<p>Tausend kleine Tiere auf meinem Arm. Du rührst mich nicht an und beobachtest die Gänse. Ein zerquetschtes Insekt auf meiner Fingerkuppe, als ich nach deiner Hand greife. Bleib weg, Gans, sonst bist du die Nächste.</p>
<p>Neben uns fällt ein kleines Mädchen vom Baum. Sein Bein steht im komischen Winkel vom Körper ab. Sein Wimmern dringt auf schmerzhafte Art in unser Universum ein, verstört springen wir auf. Bis der Krankenwagen kommt, treten wir unschlüssig von einem Bein aufs andere. Die Gänse fauchen und kommen näher. Das Mädchen weint. Die Sonne brennt vom Himmel. Über uns ziehen keine Wolken vorbei. Sommersprossen, ganz viele, sagst du und deutest auf die Tiere auf meinem Arm. Das Glück ist immer nur auf einer Seite.</p>
<p>Als ich aufsehe, sind die Gänse weg. Das Mädchen ist weg. Die Sonne ist weg. Die Stille ist eingekehrt wie ein schmerzlich vermisster Liebhaber, leise und vorwurfslos und immer viel zu spät.</p>
<p>Blut tropft aus meiner Nase. Aus den Ohren, aus jeder Körperöffnung.<br />
Aber nicht aus den Augen, sagst du. Ich werfe den Kopf in den Nacken. Das Schwindelgefühl hebt die Schwerkraft auf und wirft den Fußboden in die Luft. Dann ist alles still. Die stumme Entrücktheit kriecht in alle meine Poren und krallt sich darin fest.  Und während ich langsam hier verschwinde, tropft das Blut ins Leere. Komm, versuch,  mich einzufangen. Ich bin doch sowieso schon hier.</p>
<p>Das Glück kommt und holt uns ab. Wir gießen es in Tetrapaks und leeren es über unseren Köpfen aus. Wir berauschen uns daran wie Suchtkranke. Wir kippen es uns über die Füße und baden darin wie Könige. Ich hoffe, ich werde mich immer daran erinnern. Auch dann, irgendwann, wenn wir uns längst vergessen haben. Bis dahin zwingt das Glück uns, sitzen zu bleiben.</p>
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		<title>Dies ist ein Liebesbrief. Ich sage es dir lieber gleich.</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 22:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[I must get my soul back from you I am killing my flesh without it (Sylvia Plath) Als der Auslöser klickt, zuckt sie für einen kurzen Moment zusammen. Dann scheint alles vorbei zu sein. Sie hebt den Blick, blinzelt ins &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/04/25/dies-ist-ein-liebesbrief-ich-sage-es-dir-lieber-gleich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=229&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align:center;">I must get my soul back from you<br />
I am killing my flesh without it<br />
(Sylvia Plath)</p>
</blockquote>
<p>Als der Auslöser klickt, zuckt sie für einen kurzen Moment zusammen. Dann scheint alles vorbei zu sein. Sie hebt den Blick, blinzelt ins helle Licht, angelt nach dem mintgrünen Shirt und hält es sich vor die Brust.<br />
-Wir sind noch gar nicht fertig, sagt er.<br />
Sie betrachtet ihn mit zusammengekniffenen Augen. Mit den Augen eines misstrauischen wilden Tieres. Hingebungsvoll drückt er auf Knöpfe an seiner Kamera und beachtet sie nicht. Sie blickt zu Boden und wünscht sich weg, sehr weit weg. An einen Ort, an dem sie ihn nicht kennt.<br />
Ein Schatten auf ihrem Gesicht, sein Finger an ihrem Mund. Das Pulver an ihren Lippen schmeckt bitter. Nur eine Bewegung mit der Zunge, einmal schlucken, dann ist es vorbei. Sie sieht zu ihm auf, sieht ihn lächeln. Sein Gesicht direkt über ihr. Sie will die Hand ausstrecken und ihn berühren, doch nichts passiert.<br />
-Gleich haben wir es geschafft.<br />
Sie lässt das mintgrüne Shirt zu Boden fallen und streckt die Arme von sich.</p>
<p><em>Geliebter junger Mann, </em></p>
<p><em>dies ist ein Liebesbrief. Ich sage es dir lieber gleich, weil du es vielleicht nicht ahnen konntest. Ein Liebesbrief ist ein altmodisches Medium, um altmodische Dinge zu sagen und altmodische Geständnisse zu machen, die man im richtigen Leben nicht über die Lippen bringt. Man kann Geständnisse auch auf die moderne Art machen: digital, mit Musik und Geldgeschenken. Dieses Geständnis ist so altmodisch, ich schreibe es mit Tinte und auf knittriges Papier und werde es vielleicht niemals über mich bringen, es dir zu überreichen. Denn vielleicht fehlt mir diese eine altmodische Sache, die man gemeinhin als Mut bezeichnet. Ich würde dir alles persönlich sagen, mit gesprochenen Worten, mit meiner eigenen Stimme, doch immer, wenn ich vor dir stehe, kommt kein Wort aus meinem Mund. Sitzen wir irgendwo nebeneinander, machen in meinem Innern kleine Menschen mit stumpfen Bastelscheren aus meinen Organen kleine Schnipsel, blutige Scherenschnitte mit ausgefransten Kanten. Manches Mal schnürt deine Anwesenheit mein Herz und meine Lungenflügel ganz fest zu einem kleinen Paket zusammen, so dass beide ihre Funktion für einige Zeit nicht mehr ausüben können. Manchmal bebt die Erde, wenn du neben mir stehst, dann möchte ich die Arme ausstrecken und mich an dir festhalten, dich berühren. Doch die Umstände teilen unser gemeinsames Dasein in zwei Hälften – Dich und Mich, und irgendwie ist da kein Uns.</em></p>
<p><em>Geliebter junger Mann, du siehst, wie es um meinen Geisteszustand steht: Dies ist ein Liebesbrief. Einer, wie er im Buche steht. Einer, wie du ihn vielleicht nie bekommen wolltest. Ich sage es dir jetzt gleich, weil ich an seinem Ende vielleicht vollständig meinen Verstand verloren haben werde.</em></p>
<p>Der Auslöser klickt. Klickt und klickt und klickt. Ihre Augen beginnen zu tränen, das helle Licht bringt sie zum Weinen. Gestern hat er angerufen, aus heiterem Himmel, wie ein guter, alter Freund, gefragt, wie es denn so gehe, sich nicht weiter für die Antwort interessiert. Ob sie morgen etwas Zeit für ihn habe.<br />
Jetzt ist die Kamera auf sie gerichtet, starrt sie herausfordernd an, sie senkt den Blick, hört ihn Worte aussprechen, hört ihn sagen, dass sie so ein altmodisch geschnittenes Gesicht habe. Dass er altmodische Gesichter mag. Dass altmodische Gesicht unglaublich schön sind. Was es bedeutet, ein altmodisches Gesicht zu haben, das kann er nicht erklären. Sie wendet den Kopf, dreht sich nach links, nach rechts, hebt das Kinn – alles, wie er es ihr aufträgt. Auslöser der Kamera. Klick-klick-klick. Wunderschön, sagt er. Aber du musst dann jetzt gehen. War schön, dass du da warst.</p>
<p>Als die Hitze am größten ist, liegen sie nebeneinander nackt im Gras.<br />
-Steig ein, hatte er gesagt und ihr die Tür seines Wagens aufgehalten. Sie hatte neben ihm Platz genommen und sie waren losgefahren. Wohin, das hatte sie nicht gefragt, niemals stellte sie Fragen, Fragen waren unangenehm, vor allem solche, auf die man keine Antwort wollte. Egal, wohin es ging, sie wollte niemals ankommen. Für immer wollte sie hier sitzen, der Stille schutzlos ausgeliefert, doch mit ihm an ihrer Seite, der ruhig ein- und ausatmete wie jeder andere Mensch auch, der ihr jedoch so viel mehr bedeutete. Sie hatte beschlossen, das Aussteigen zu verweigern, sobald sie am Ziel angekommen waren. Niemand konnte sie zwingen, auszusteigen. Wer sie mit Gewalt dazu bewegen wollte, aus dem Wagen zu steigen, würde es vielleicht bereuen. Bei der kleinsten Bewegung wollte sie augenblicklich auseinanderfallen, zerfallen in tausend Teile. Doch dann hatte er den Wagen auf einem schmalen Grasstreifen unweit des Flussufers geparkt, hatte sich ihr zugewandt und seine Finger um ihr schmales Handgelenk gelegt. Sie hatte kein Wort des Protests von sich gegeben und war ausgestiegen.<br />
Und jetzt liegt sie neben ihm und hört ihm beim Atmen zu. Im Augenwinkel sieht sie, wie sich sein Brustkorb hebt und senkt. Zwischen den Fingern zerdrückt er Grashalme, er tut es, ohne hinzusehen. Seine Fingerkuppen färben sich grün. Die Kamera neben seiner linken Hand im Gras. Sie versucht, die Luft anzuhalten, um den Augenblick für immer festzuhalten, um die Zeit gefrieren zu lassen, sie will Bilder machen,  Momentaufnahmen, sie will in diesem Moment einschlafen, in ihm gefangen sein, er soll sie gefangen nehmen und für immer als Geisel halten.<br />
Dann wieder die Kamera, wieder stiert sie ihr mit dem leblosen Auge ein Loch in den Bauch. Klick-klick-.klick. Er hat sich neben ihr aufgerichtet und betrachtet sie aufmerksam.<br />
Sie sieht zu ihm hoch und blinzelt in die Sonne. Das Licht direkt hinter ihm, sie erkennt ihn nicht, es könnte jeder sein, der da neben ihr liegt. Sie will die Hand ausstrecken und ihn berühren, doch er will, dass sie still daliegt.</p>
<p><em>Geliebter junger M., </em></p>
<p><em>dies ist ein Liebesbrief. Noch bin ich imstande, es dir zu sagen. Verliebt sein ist die Hölle, ich sage es dir, weil du es vielleicht nicht weißt. Verliebt sein schneidet dein Innerstes in Stücke, hilflos löst du dich auf in deine Einzelteile, achtlos wirfst du dich permanent selbst weg, alles für einen kurzen Augenblick, für ein Blitzlicht des Glücks, getaucht in den glitzernden Staub der Hoffnung. Ahnungslos kneifst du die Augen zusammen, du verschließt sie vor dem Unangenehmen, der Filter in deinem Kopf lässt Unschönes einfach verschwinden. Doch irgendwann endet die Reise der Verblendung, sie endet abrupt und wirft dich aus dem Wagen, dessen Rückbank du dir mit anderen Verliebten geteilt hast. Bitte steigen Sie aus. Nur noch eine Station, sagst du, nur noch ein paar Kilometer bis zum Ziel. Zwischendurch kurze Rast am Fahrbahnrand, Warten auf die Weiterfahrt mit verbundenen Augen und tauben Ohren und leergefegter Geduld. Und irgendwann weißt du, du solltest aussteigen, bald, sehr bald solltest du die Tür öffnen und flüchten, bevor du zu weit bist, um noch umzukehren. </em></p>
<p>Der Auslöser klickt, und wieder wünscht sie sich so weit weg. Warum sie es immer wieder tut, warum sie es sich wieder und wieder antut, warum sie immer und immer wieder nackt sein muss, das alles fragt sie sich nie. Sie greift nach einem Kleidungsstück und zieht es sich über den Kopf. Der Moment ist zu wertvoll, um ihn von vornherein abzulehnen, auch wenn sie sich hinterher fühlt, als habe er mit ihrem Körper den Boden gewischt. Er macht einen Schritt auf sie zu und nimmt ihr Gesicht in seine Hände. Mit dem Zeigefinger voll weißer Kristalle malt er einen schmalen Strich auf ihre Zunge. Der Schauer auf dem Rücken verursacht einen Krampf in ihrer Wirbelsäule.<br />
-Wenn Menschen Uhren wären, hat sie ihm ein Mal gesagt, dann ginge es im Leben darum, die Uhr zu finden, deren Sekundenzeiger im gleichen Takt schlägt wie der eigene. Welcher Takt das ist, ist egal.<br />
-Tick Tack, hat er gesagt und ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht gestrichen. Du bist eine besonders schöne Uhr. Und eine besonders talentierte.<br />
Der Auslöser klickt ein letztes Mal. Vom hellen Licht geblendet tastet sie nach ihrer Kleidung.<br />
-Komm gut nach Hause, sagt er und bringt sie zur Tür. Worte scheinen aus ihrem Mund zu fallen, doch für andere Menschen sind sie nicht hörbar. Nachdenklich steht sie auf der anderen Seite der Tür und weiß nicht, wohin. Sie will nicht weg. Sie will niemals wieder hierher kommen.</p>
<p><em>Geliebter j. M., </em></p>
<p><em>heute ist vielleicht der Tag, an dem ich den Verstand verloren habe. Die zu Kopf gestiegene Verwirrung als neue prinzipielle Geisteshaltung, einigen wir uns darauf: Sie lässt uns innerlich erzittern und äußerlich verfaulen, als runzlige Äpfel erleben wir den Sonnenaufgang, der uns am Schlafen hindert. Ich möchte meinen Stolz zurück, meine Würde, meinen Kopf. Lass mich hier nicht liegen als den fauligen Rest Mensch, den du von mir übrig gelassen hast. Lachend haben wir unsere Kleidung in Stücke gerissen, kopflos, ohne auch nur einen Moment über die Konsequenzen unseres Handelns nachzudenken. Augen zu, den Augenblick erleben, nicht weiter denken als zum nächsten Morgen. Doch so geht das nicht, wir können nicht immer und immer wieder die Fetzen unserer Kleidung vom Boden aufsammeln und so tun, als sei nie etwas gewesen. Wir marschieren auf der Stelle, die Sonne scheint uns auf den Kopf, wir kommen nicht voran. Worte verlieren sich in meinem Mund in Einzelbuchstaben, sie lösen sich auf wie Brausetabletten, Schaum tritt zwischen meinen Lippen hervor und tropft von meinem Kinn ins Leere, dahin, wo eigentlich so viel im Raum stehen sollte. Doch dort steht nur meine Vorstellung von deiner Zurückweisung, ich höre dich Worte der Ablehnung sagen, die du noch nicht ausgesprochen hast, ich will sie nicht hören und presse die Hände auf meine Ohren.  </em></p>
<p>Eines Tages ruft er an. Sie hört ihn leise Worte sprechen und verlässt das Haus. Im Krankenhaus irrt sie eine Weile durch die Gänge, bis sie sein Zimmer gefunden hat. Er liegt im Bett, die Kamera als unermüdlicher Wächter auf dem Nachttisch.<br />
-Was ist passiert, fragt sie atemlos und weiß nicht, was sie tun soll.<br />
-Herzverstümmelung, sagt er und dreht seine Handflächen nach oben. Seine Handgelenke sind eingepackt in schneeweißen Verband. Kennst du es, wenn man jemanden so liebt, dass man manchmal körperliche Schmerzen deshalb empfindet?<br />
Tausend Messerstiche überall lassen sie zusammenzucken. Sie nickt schweigend. Wie weh ein gebrochenes Herz tun kann, selbst wenn es nicht das eigene ist.<br />
-Weißt du, wenn Menschen Uhren wären… Du hast Recht damit. Er greift nach der Kamera. Aber nicht alle Menschen sind so schön wie du.</p>
<p>Der Auslöser klickt. Die Fotos von ihr, schwarz-weiß, sie, nackt auf einem durchwühlten Krankenbett, wird sie sich später an die Wand über ihrem Küchentisch hängen.</p>
<p><em>J. M., </em></p>
<p><em>dies ist ein Abschiedsbrief. Ich sage es dir jetzt gleich. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll, alle Worte gehen mir langsam aus. Die Monate sind ins Land gezogen, mit Stunden, Tagen, Wochen, die sich glichen wie ein Ei dem anderen. Es waren Monate, die ich an meinem Fenster saß und auf dein Gesicht wartete, das auf der anderen Seite der Scheibe auftauchen und mich hier abholen würde. Die Uhr tickt und tickt und tickt, und immer tickt sie allein. Ich werde nicht warten, bis sie irgendwann stehen bleibt, auch wenn ich es gerne würde. Warten ist keine Tätigkeit, man kann den Zustand des Wartens nicht ausüben, aber man kann sich ihm verschreiben, man kann sich ihm vollständig hingeben, man kann sich in ihm verlaufen und verlieren. Mit dem Blick auf den grauen Himmel gerichtet verbrachte ich die Stunden, Tage, Wochen mit Warten, die Minuten waren gefüllt mit allerlei Handlungen, ich lief umher, aß, trank, schluckte Pillen, redete, hörte zu, lachte, weinte. Im Hintergrund immer das Ticken der Uhr. Die Zeit verging. Nichts, was passierte, war von Bedeutung. Ich sah dich vor mir, ich hörte deine Stimme, hörte dich Worte sagen, die nicht das bedeuteten, was ich hören wollte. Und nun bin ich traurig und müde, die Augen sind mir zugefallen, ich dämmere im Halbschlaf vor mich hin und kämpfe halbherzig gegen die Leere, die sich in mir ausbreitet und die alles verschluckt, was ihr zu nahe kommt, die alles in Stille erstickt. Mein Herz schlug schneller, wenn du in der Nähe warst, jetzt scheint es ein ums andere Mal beinahe zum Stillstand zu kommen. Das Warten ist eine langsame Art der Hinrichtung. Ich kann nicht hier sitzen und auf die endgültige Vollstreckung warten. Mein Kopf ist angefüllt mit Erinnerungen, die meinen Verstand zum Erliegen bringen. Ich sperre sie weg und schließe sie ein, so schwer es mir auch fällt. Ich kann nicht ewig auf das Wunder warten, das du mir im Stillen immer und immer wieder versprichst. Egal, was es ist, ich kann nicht mehr warten. Wenn Menschen Uhren sind, müssen sie ihr Leben auf einem Ziffernblatt verteilen, das zu viel Platz bietet, um es mit Leere zu beleidigen. . Ich stehe auf und gehe los, ich gehe geradeaus und gehe von dir weg, und vielleicht merkst du es nicht und es tut dir nicht weh. Ich verlasse die Stadt und komme nicht wieder, um dich zu sehen. Es ist eine altmodische Art des Abschieds, ohne Worte, ohne Stimme, ohne Fragen, mit Tinte und auf knittrigem Papier. </em></p>
<p>Der Auslöser klickt, sie hört es durch die geschlossene Tür. Undeutlich dringen Stimmen zu ihr herüber, ein helles Mädchenlachen lässt sie leicht schwanken. Langsam schiebt sie den weißen Umschlag unter der Tür durch. Der Auslöser klickt. Sie dreht sich um und schließt die Augen.</p>
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		<item>
		<title>A place like home.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 23:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Five little rooms One for each of my husbands One for each of my bridegrooms And their prostitutes And their children. &#160; Du hast mich mitgenommen und mich zu dir nach Hause gebracht.  Zu euch nach Hause. Du hast &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/02/08/a-place-like-home/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=217&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align:justify;">Five little rooms<br />
One for each of my husbands<br />
One for each of my bridegrooms<br />
And their prostitutes<br />
And their children.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align:justify;">Du hast mich mitgenommen und mich zu dir nach Hause gebracht.  Zu euch nach Hause.<br />
Du hast mich ausgezogen und hingeworfen.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf deinem Bett liegend, eurem Bett, hast du mich konsumiert wie billiges Fast-Food, einen Cheeseburger mit Pommes, dazu billigen Rotwein mit Schraubverschluss.<br />
Dann bist du eingeschlafen, satt und zufrieden, du hast dich weggedreht und mich ausgeschaltet, auf lautlos gestellt wie einen alten Fernseher, auf dessen Bildschirm uhrzeitbedingt nur noch Werbung für Telefonsex-Hotlines zu sehen ist. Für einen Moment ist alles still gewesen.<br />
Dann hast du leise im Schlaf zu röcheln begonnen.</p>
<p style="text-align:justify;">Und nun stehe ich auf. Ich schaue neben mich und sehe dir zu, wie sich dein Brustkorb gleichmäßig hebt und senkt. Vorsichtig setze ich die Füße auf den Boden und belaste sie mit dem Gewicht meines Körpers, so langsam, als müsse ich erst testen, ob sie der Belastung standhalten.<br />
Auf dem Weg nach draußen lässt mich ein feuerrotes Spielzeugauto stolpern und bringt mich beinahe zu Fall. Der Dielenboden knackt. <em>Leise sein, das Kind schläft nebenan</em> – deine Worte hallen in meinem Kopf nach wie ein künstlich erzeugtes Echo. Ich überquere den Flur Richtung Badezimmer und schließe die Tür hinter mir. Auf der Ablage vor dem runden, sorgfältig geputzten Spiegel drei Zahnbürsten: Zwei für Erwachsene, eine blaue, eine rote. Daneben eine in zitronengelb kreischende Kinderzahnbürste. Eine Pinzette, ein Stück Seife, ein teures Parfüm. Irgendwo dazwischen ein knallroter Lippenstift. Ich nehme ihn in die Hand, ich nehme den Deckel ab  und drehe den Lippenstift so weit heraus, wie ich kann. Nachdem ich in großen Buchstaben FUCK YOU quer von links unten nach rechts oben auf den Spiegel geschrieben habe, ist nichts mehr von der klebrigen tiefroten Masse übrig. Ich werfe die Reste zu Boden, setze mich daneben und vergieße eine Handvoll Tränen, die lautlos im flauschigen zartrosa Badezimmerteppich verschwinden. Meine Augen fallen zu, die Zeit, die nun vergeht, erscheint mir nicht länger als eine, vielleicht zwei Sekunden. Als ich die Augen öffne, scheinen die ersten Sonnenstrahlen des Tages von draußen herein und weisen damit freundlich, aber in aller Deutlichkeit auf die sich langsam breit machende Überflüssigkeit der weiterhin fleißig leuchtenden Glühbirne in ihrer ausgefallenen, im Stil der 70er Jahre blumenförmig gestalteten Fassung hin.</p>
<p style="text-align:justify;">Als ich an mir heruntersehe, begegnet mir meine eigene Nacktheit wie ein alter Bekannter, der mich nach dem Weg zu seiner Kleidung fragt. Ich stehe auf und werfe keinen Blick in den Spiegel, als ich die Tür zum Flur öffne, liegen einzelne Kleidungsstücke in gleichmäßigen Abständen voneinander vor mir auf dem Boden, als seien sie eigens für mich dort drapiert worden. Als habe jemand versucht, mir mit ihrer Anordnung eine geheime Botschaft zu senden oder den Weg nach Hause zu weisen. Eins nach dem anderen sammle ich sie auf, mit einem Arm voll weichem Stoff bleibe ich in der Tür zum Schlafzimmer stehen und betrachte dich mit einer Mischung aus Misstrauen und Abscheu. Ein letztes Mal. Du liegst direkt vor mir und bist doch so weit entfernt, ich könnte den Arm ausstrecken und nach dir greifen und würde dich dennoch niemals erreichen. Du bist so fremd wie ein zufälliger Sitznachbar im Zug, die Umstände dehnen den Abstand zwischen dir und mir ins Unendliche, ratlos lassen sie uns zurück, machtlos kann ich nur dabei zusehen, wie du ob der sich stetig vergrößernden Entfernung immer kleiner wirst, bis du schließlich ganz verschwunden bist.<br />
Du bekommst von alledem nichts mit, tief und fest schläfst du deinen Rausch aus. Alkoholisiert kann man keine Tiefschlafphase erreichen, heißt es, und du beweist das Gegenteil.</p>
<p style="text-align:justify;">So leise wie möglich gehe ich an dir vorbei und öffne den Kleiderschrank: Eine Hälfte Damen-, eine Hälfte Herrenbekleidung, sorgfältig sortiert wie in einer kleinen, liebevoll eingerichteten Boutique für französische Designermode. Umständlich falte ich das Kleid, das ich im Arm halte, auseinander und hänge es auf der Damenbekleidungsseite auf einen freien Bügel auf der Kleiderstange zwischen die restlichen Kleider. Es sieht aus, als habe es schon immer einen festen Platz in diesem Schrank. Als habe es nie woanders hingehört.<br />
Meine Unterwäsche lege ich ordentlich in die entsprechende Schublade, danach wähle ich konzentriert ein neues Kleid aus der sich darbietenden Auswahl im Schrank und ziehe es an. Es passt so perfekt, als sei es eigens für mich maßgeschneidert worden. Als gehöre es rechtmäßig mir. Genauso wie du.<br />
Als ich die Schranktür schließe, sehe ich im Spiegel eine mir fremde Person in einem grünen engen Kleid und mit Misstrauen in den Augen. Ihre Haut ist fahl und ihre Haare ungekämmt. Ich drehe mich weg und lasse sie alleine dort stehen.</p>
<p style="text-align:justify;">In der Küche räume ich das dreckige Geschirr aus der Spülmaschine und stelle anschließend sauberes hinein. Dabei frage ich mich, was ich hier tue und warum, wer ich bin, woher ich komme und wohin ich eigentlich gehöre. Als ich auch nach mehrmaligen Stellen dieser Fragen keine Antwort erhalte, wird in meinem Kopf der Vorhang vor der Bühne meines Verstandes unter tosendem Applaus vollständig heruntergelassen. Zurück bleibt eine Schneise der emotionalen Verwüstung, der ich nicht mehr Herr werden kann. Ich gehe in die Knie und sammle unterschiedlich große Glasscherben vom Boden auf, die wir vor ein paar Stunden selbst produziert haben, indem wir unter Einsatz unserer bloßen Körper den Tisch von der Belastung von vier fragilen Weingläsern und einer Karaffe befreiten. Mitten auf dem Tisch häufe ich die Scherben zu einem kleinen Berg auf. Der Scherbenhaufen der letzten Nacht, die letzten Zeugen, die wir gekonnt vernichteten wie Profikiller. Für einen kurzen Moment möchte ich mit beiden Händen hineingreifen und mir die Finger damit zerschneiden wie Papier mit einer Bastelschere. Stattdessen öffne ich den Kühlschrank, hole Wurst und Käse und Butter heraus, in einem rechteckigen Kasten finde ich ein Vollkornbrot, von dem ich dicke Scheiben abschneide: Das Kind braucht Pausenbrote für den Kindergarten. Vier Stück davon packe ich ordentlich in Alufolie wie ein Geschenk in buntes Papier.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Weinen des Kindes auf der anderen Seite der Wohnung zerschneidet die um mich herum entstandene Stille mit der Schärfe eines Teppichmessers, ich fühle mich wie aus dem Nichts heraus angeschossen und für kurze Zeit schwer verwundet. Wie ein aufgeschrecktes Reh stehe ich da, das grüne Kleid um mich herum wie eine Armee von Soldaten im Kampf gegen die Verlogenheit.<br />
Am Knacken des Dielenbodens erkenne ich, dass du wach bist und dich auf den Weg machst, nach dem Kind zu sehen. Leise höre ich deine Stimme meinen Namen aussprechen, undeutlich und mit einem Fragezeichen versehen. Ich tippe in den Flur, nehme einen zum grünen Kleid passenden Mantel vom Haken und ein paar dunkelbraune Wildlederstiefel vom Boden und verschwinde heimlich wie ein Flaschengeist, der sich urplötzlich in Luft auflöst. Auf der Straße vor deinem Haus angekommen beginne ich zu rennen, als könne ich der Gefangenschaft im luftleeren Raum zwischen zwei Identitäten durch größtmögliche Geschwindigkeit entkommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Und nun finde ich den Weg nach Hause nicht. Zwei Kreuzungen von deinem Haus entfernt verlangsame ich meinen Schritt, rennen ist zwecklos, es gibt keinen Ausweg. Die Stiefel sind zu klein und scheinen meine Füße zu zerquetschen, pulsierend leisten meine Zehen verzweifelt Widerstand und lehnen sich gegen die Umstände auf, doch gegen das teure italienische Leder sind sie machtlos. Ich gehe vorsichtig einen Schritt nach dem anderen. Ich habe keine Ahnung wo ich bin, laufe mal links, mal rechts, mal geradeaus. Die Straßen scheinen keine Namen zu haben und ähneln einander wie eineiige Zwillinge. Ich überquere eine weitere Kreuzung, dann noch eine. Außer mir scheint niemand unterwegs zu sein, überall bin immer nur ich. Ich fühle mich, als sei ich vollständig allein auf der Welt.</p>
<p style="text-align:justify;">An einer Bushaltestelle setze ich mich auf eine Bank und halte den Atem an. Stunden scheinen vergangen zu sein, seit ich vor dir geflüchtet bin. Drehe ich den Kopf nach links, ist in der Spiegelung der Glasscheibe des Haltestellenhäuschens die fremde Person im grünen Kleid zu sehen. Sie sitzt auf der gleichen Bank wie ich, hat die Beine übereinandergeschlagen und sieht aus, als irre auch sie bereits eine halbe Ewigkeit lang auf der Suche nach ihrem Zuhause durch die Straßen. Müde und desinteressiert wende ich mich von ihr ab, stehe auf und setze meinen Weg fort. Am nächsten Altkleidercontainer bleibe ich stehen, ich ziehe die Stiefel aus, werfe sie hinein und gehe barfuß weiter. Der Boden ist kalt und hart und ich beginne zu frieren. Die Erinnerung an die vergangenen Stunden treibt mir in regelmäßigen Abständen Tränen in die Augen. Es ist eine einzige große Erinnerung an dich und mich, den Tisch, das Bett, das Badezimmer, die fünf Räume, die in ihrem Zusammenspiel ein Zuhause, eine Heimat, einen Zufluchtsort für drei Menschen, zwei große und einen kleinen, ergeben, einen Ort, an dem für jemanden wie mich kein Platz reserviert ist. Ich bin weder willkommen noch akzeptiert, ich werde nicht geduldet und kann mir alle Bemühungen um Obdach sogleich sparen. Und dennoch hast du mich mitgebracht und hereingebeten, für die Länge einer halben Nacht war ich ein gern gesehener Gast, solange ein Platz im Gefüge der Familie frei war.<br />
Auf der Suche nach einem Taschentuch greife ich in die linke Manteltasche und umschließe mit meinen Fingern einen metallenen Gegenstand. In der Spiegelung eines Schaufensters steht die fremde Frau im grünen Kleid und zieht einen Schlüsselbund aus ihrer Manteltasche. Für einen Moment sehe ich sie erstaunt an, dann drehe ich mich um gehe den Weg zurück.</p>
<p style="text-align:justify;">Als ich den Schlüssel ins Schloss stecke, höre ich Stimmen auf der anderen Seite der Tür. Ich trete in den Flur und bewege meine nackten Füße vorsichtig auf dem Dielenboden vorwärts. Am Küchentisch sitzen zwei große und ein  kleiner Mensch und starren mich mit weit aufgerissenen Augen entgeistert an. Mit einem lauten Klirren lasse ich den Schlüsselbund zu Boden fallen.</p>
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		<title>Driftwood. No fairytale.</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 17:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polexiaaphrodisia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Is it over cause you feel no pain? &#160; Niemals bin ich neben dir aufgewacht, niemals bin ich neben dir eingeschlafen. Jedes Mal lag ich neben dir und war hellwach. Hellwach war der Raum, hellwach war mein Kopf, hellwach &#8230; <a href="http://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/2011/01/10/driftwood-no-fairytale/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ifuckedyourboyfriend.wordpress.com&amp;blog=11154198&amp;post=211&amp;subd=ifuckedyourboyfriend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Is it over cause you feel no pain?</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align:justify;">Niemals bin ich neben dir aufgewacht, niemals bin ich neben dir eingeschlafen. Jedes Mal lag ich neben dir und war hellwach. Hellwach war der Raum, hellwach war mein Kopf, hellwach waren alle meine Gedanken, die Sonne und deine Anwesenheit erhellten alles und ließen mich innerlich leuchten.</p>
<p style="text-align:justify;">Eingeengt in die Kabine einer öffentlichen Toilette denke ich an diesen Moment zurück, jetzt, genau in diesem Augenblick. Zarte Hände betrunkener Mädchen trommeln von außen an die Tür. Andere wollen auch. Ich sinke auf dem dreckigen Boden in mich zusammen und ziehe die Knie an den Körper. Die letzten Ausläufer der Musik dröhnen pulsierend in die Kabine und lassen mich meinen eigenen Herzschlag vergessen.</p>
<p style="text-align:justify;">Es war der Moment, der alles veränderte, alles in mir und um mich herum. Mit offenen Augen und den weit geöffneten Fenstern meinen Bewusstseins daliegend umschloss ich jede Sekunde mit dir einzeln mit beiden Händen, um sie festzuhalten. Doch eine nach der anderen bahnte sich ihren Weg zwischen meinen Fingern hindurch in die Freiheit und zerplatzte im Zwischenraum zwischen Raum und Zeit wie eine Seifenblase. Während ich dalag und die Muttermale auf deinem Rücken zählte, als könne mir ihre Summe Antworten auf all meine Fragen geben, befestigtest du unbemerkt leichte rosafarbene Fäden an meinen Hand- und Fußgelenken, deren Enden du fest in deinen Händen behieltest. Gehorsam stand ich auf und begann zu tanzen. Immer so, wie du es wolltest. Immer nur, um dir zu gefallen. Ich tanzte und hörte nicht auf, ich legte keine Pause ein, auch wenn du gar nicht hinsahst, was meistens der Fall war. Wochenlang tanzte ich, tanzte nach links, tanzte nach rechts, ich probierte waghalsige Sprünge und drehte schwindelerregende Pirouetten, und immer imitierte ich stets die Bewegungen einer anderen Person. Einer, der du gerne zusehen würdest. Einer, der du diese Blicke, diejenigen, die damals alles veränderten, immer schenken würdest, auch wenn du nicht betrunken bist. Einer, die du lieben könntest. Jeden Schritt habe ich gern für dich getanzt, auch wenn meine Füße brannten und meine Beine schmerzten. Ich habe nur für dich getanzt. Ich habe es genossen. Als die Fäden begannen, sich in Schlingen um meinen Hals zu legen und sich mit jeder Bewegung fester zuzogen, zelebrierte ich den Schmerz. Er war das Einzige, das mich an dich zu binden schien, während du dich weiter und weiter von mir entferntest und mich mit deinen Fäden hinter die her zerrtest wie einen störrischen Esel, obschon ich die ganze Zeit hinter dir her tanzte.<br />
Niemals hast du mich nur ein einziges Mal wahrgenommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Als die Proteste von draußen lauter werden, gebe ich mir einen Ruck und stehe auf. Nur einige Sekunden später reiße ich die Toilettentür auf und tauche in der Menschenmenge ab. Es ist so leicht, in der Menge unterzugehen. Sich in der Masse zu verlieren. Man hört auf, sich mit sich selbst zu konfrontieren, denn das Gedränge lässt keinen Platz für raumgreifende Fragen. Eine große Ansammlung von Menschen entwickelt ihren eigenen, durch die Musik vorgegebenen Herzschlag. Er nimmt dich vollständig ein und saugt dich in sich auf, er übernimmt die Kontrolle über dich und Sekunden später bist du verschwunden, zurück bleibt eine leere Hülle, eine schön zurechtgemachte Verpackung, die sich im Takt der anderen bewegt und keine Antworten auf Fragen gibt, die ohnehin niemals gestellt werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Eines Tages, kurz bevor mich die Schlingen um meinen Hals vollends erdrosseln konnten, wurde dir alles zu bunt mit mir, du fühltest dich von meinem Tanz belästigt und bedrängt. Mit einem Feuerzeug stecktest du meine Fäden in Brand. Wie Zündschnüre brannten sie langsam ab und arbeiteten sich zu meinem Herzen vor, während ich haltlos ins Leere fiel. Die Marionette war frei: Kurz bevor ich vollständig zu einer hölzernen Puppe erstarrte, war alles vorbei.<br />
Dann schlug ich auf dem Boden auf, das Feuer verursachte eine Explosion in meinem Herzen und bombte es restlos aus. Ich blieb auf dem kalten Boden liegen, mühsam sortierte ich meine Gliedmaßen, bis ich wieder vollständig zusammengesetzt war. Dann erhob ich  mich und ging davon, mein Herz zerbombt und ausgebrannt. Doch irgendwie warst da immer noch du.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Musik lässt mein Gehirn pulsieren und scheint es nach und nach völlig auszuschalten. Ich höre auf, in meinem Kopf nach dir zu suchen: Du bist nicht mehr da. Auch in den Trümmern meines Herzens hältst du dich nicht mehr versteckt. Und ich tanze, ganz ohne Fäden, ich imitiere nicht mehr länger die Bewegungen eines Fremden, doch ich selbst bin ich auch nicht, ich bin genauso verschwunden wie du. Doch nicht nur ich, auch du wirst zurückkommen. Ich weiß es und will es nicht wahr haben. Ich will für immer jemand anders bleiben, jemand, der dich niemals kennen gelernt hat.<br />
Mit jeder Bewegung meines Körpers wird die Leere in meinem Kopf größer und lässt mich alles vergessen. Vielleicht komme ich wirklich nie wieder zurück: Zu mir, zu dir, zur Vernunft, zur Besinnung. Ich lebe in einem Paralleluniversum, in dem nichts existiert als helles Licht und laute Musik, die permanent zu schnell abgespielt wird. Die Zeit scheint schneller zu laufen, die Zeiger der Uhren scheinen sich in rasantem Tempo zu bewegen. Es fällt so leicht, nicht an dich zu denken. Zu schnell ziehen die Momente vorbei, die ansonsten mit Gedanken an dich gefüllt sind. Zu schnell, um sie erfassen zu können.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe so gern für dich getanzt, jetzt tanze ich allein. Ich habe es genossen, deine Marionette zu sein, so zu tun, als sei ich jemand anderes. Immer wieder hast du mich für dich tanzen lassen, immer wieder das Messer in der Wunde umgedreht. Gib zu: Es hat dir gefallen. Sag, dass dir der Moment gefallen hat, in dem du begannst, mit deinem störrischen Verhalten, das immer nur Fragen stellte und niemals Antworten gab, das Fleisch von meinen Knochen zu schaben. Du hast den Moment des Triumphs über mich, als ich nackt vor dir stand und nicht weiter wusste, bis ins Letzte ausgekostet. Selbst dabei habe ich dir mit Bewunderung zugesehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Mitten im Raum stehst du plötzlich vor mir und siehst mir in die Augen. Ich verharre in meiner Bewegung, Worte wollen gefunden werden, entwischen aber jedes Mal zwischen meinen zittrigen Fingern und erzeugen eine Stille. Nicht die Stille des Raums. Stille zwischen dir und mir. Ich starre zu dir hoch und bewege mich nicht. Innerlich bin ich so leer, dass ich vor mir selbst erschrecke.</p>
<p style="text-align:justify;">Dann sagst du plötzlich: Hör auf damit! Du musst schreien, damit ich dich verstehe, die Musik ist laut und schnell und übertönt alles.</p>
<p style="text-align:justify;">Deine Hände um meine Handgelenke in fester Umklammerung, so plötzlich, dass ich mir nicht anders zu helfen weiß, als mit dem Gesicht nach vorn zu schnellen und dir in die linke Schulter zu beißen. Dein Griff lockert sich nicht und schmerzt. Früher hätte ich gewünscht, du würdest mich für immer so festhalten. Jetzt erkenne ich dich kaum. Es ist mir egal, wer du bist. Du bist ein Fremder und hast die Abdrücke meiner Zähne auf deiner linken Schulter. Doch du lässt nicht los und zerrst mich nach draußen, wo ich im Licht mein Gesicht in deinen Augen sehen kann. Das Schwarz meiner Pupillen weitet sich über die Grenzen der Iris hinaus und ergießt sich in Form zähflüssiger Tinte aus meinen Augen, um deinen Namen in Großbuchstaben quer über mein Gesicht zu schreiben. Ich löse eine Hand aus deiner Umklammerung, wische ihn weg und vergesse ihn sofort. Ich kann mich nicht erinnern, wer du bist. Wie groß kann eine Liebe, eine unerfüllte, schmerzhafte, dahinsiechende, alles erfüllende Sehnsucht sein, wenn es nicht mehr benötigt als eine mit weißem Pulver benetzte Fingerkuppe, um sie vollständig aus dem eigenen Kopf zu löschen?</p>
<p style="text-align:justify;">Nie zuvor bin ich neben dir aufgewacht, heute ist das erste Mal. Als ich die Augen öffne, liegst du neben mir. Die Sonne scheint durchs Fenster, als wolle sie mich schadenfroh an das letzte Mal, als wir zusammen hier lagen, erinnern. Ich erinnere mich nicht, wie ich hierher gekommen bin, ich weiß nicht, warum du mit mir hier bist. Doch heute morgen im Sonnenlicht erkenne ich dich sofort wieder. In alter Tradition zähle ich die Muttermale auf deinem Rücken, heraus kommt stets die gleiche Zahl, dann stehe ich auf, gehe ins Bad und finde mein Gesicht im Spiegel nicht. Ein fremdes Mädchen beäugt mich misstrauisch mit unnatürlich großen Augen. Um seinen Hals haben sich rosa Fäden in Schlingen gelegt und ziehen sich langsam zu.</p>
<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align:justify;">&nbsp;</p>
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